Ein Weltrekord, fleißige Helfer und zufriedene Athleten

Trotz der ungewöhnlichen Kälte im Juli und des Regens an zwei Wettkampftagen verließen die Athleten die zur Deutschen Meisterschaft der Senioren in der Leichtathletik vom 12. bis 14. Juli nach Leinefelde gekommen waren, die Stadt an der Leinequelle mit positiven Eindrücken. Einhelliger Tenor war, wie auch schon nach der ersten Deutschen Meisterschaft in der Leinestadt im Jahr 2016: „Wir kommen gerne wieder nach Leinefelde!“ Nicht ohne Grund, denn das Leinefelder Stadion bietet für solch eine Meisterschaft optimale Bedingungen und die Mitglieder des SC Leinefelde 1912 um den zweiten Vorsitzenden Jürgen Bänder und seiner Frau Andrea sorgten mit ihrem Engagement für einen reibungslosen Ablauf.

Über 100 freiwillige Helfer sorgen für reibungslosen Ablauf

„Über 100 freiwillige Helfer waren an den drei Tagen im Einsatz. Zu diesen kommen noch die fleißigen Kuchenbäckerinnen, die nicht nur einen Kuchen für unser Kuchenbuffet gebacken haben“, sagt Jürgen Bänder. Und die Helfer kamen nicht nur vom SC Leinefelde 1912. So unterstützten Mitglieder  vom Eichsfelder Sportclub, von Lok Leinefelde, vom Feuerwehrverein Leinefelde und den Kirmesburschen und viele andere den SC Leinefelde bei der Durchführung der Meisterschaft. „Es ist toll wie der Sport und so eine Großveranstaltung die Vereine der Stadt verbindet. Ohne die Unterstützung der freiwilligen Helfer wäre eine solche Veranstaltung nicht zu finanzieren. Wir sind sehr Dankbar für die tolle Unterstützung, egal in welcher Form sie auch war“, sagt Sebastian Grimm, 1. Vorsitzender des Leinefelder Sportclubs.

Eva Nohl aus Bayern stellt Weltrekord auf

1300 Teilnehmer aus 641 Vereinen aus der Bundesrepublik konnten in Leinefelde begrüßt werden. Diese zeigten sportliche Höchstleistungen. Neue Deutsche Rekorde wurden aufgestellt. So zum Beispiel von Eva Nohl vom TSV Langenzenn aus Bayern. Sie warf den Hammer in der Altersklasse W70 auf 38,84 Meter und stellte einen neuen Weltrekord und gleichzeitig Deutschen Rekord auf. Übrigens den ersten Weltrekord im Leinefelder Stadion überhaupt. Dabei kam Nohl eher zufällig zum Hammerwurf. „Ich war Läuferin, habe Triathlon und Skilanglauf gemacht, doch dann habe ich mich am Sprunggelenk verletzt“, blickt Eva Nohl zurück. „Bei einem Wettkampf habe ich Athleten gesehen und meinen Trainer gefragt was die machen. Es war die Disziplin Hammerwurf“, erzählt die Bayerin.  1996 absolvierte sie nach eigenen Angaben ihren letzten Lauf über 800 Meter bei den Bayrischen Meisterschaften. Dann habe ihr Trainer ihr einen Hammer und ein Buch mit den Worten geschenkt: „Das kann ich nicht, dass musst du dir selber aneignen.“ Dies tat Eva Nohl und feierte am Wochenende in Leinefelde ihren größten Erfolg, wurde Deutsche Meisterin 2019 mit einem Weltrekord. „Das Buch war übrigens von der DHFK in Leipzig. Wir haben es heute noch“, erzählt die Weltrekordlerin nach der Siegerehrung im Leinesportpark mit der Goldmedaille in der Hand.

Gebürtiger Eichsfelder holt zwei Mal Gold

Auch viele neue Deutsche Rekorde stellten die Teilnehmer in Leinefelde auf. Rudolf König, der in Streitholz im Eichsfeld geboren ist und dort seine Kindheit verbrachte, holte sich gleich drei Medaillen. Im 100- und 200-Meter-Sprint war es die Goldene über die 400 Meter blinkte die Bronzemedaille um seinen Hals. „Mit den 12:98 Sekunden über die 100 Meter liege ich in diesem Jahr in der Welt weit vorne, nur ein Amerikaner war bisher laut Internet schneller. Das macht mir Hoffnung für die Europameisterschaften im September in Venedig“, sagt König, der seit 1979 in Saalfeld wohnt und für den dortigen Verein startet.

Sven Goos aus Birkungen wird Fünfter

Auch aus der Stadt Leinefelde-Worbis war mit Sven Goos, vielen auch als Präsident des Leinefelder Carnevalvereins bekannt, bei der Deutschen Meisterschaft ein Athlet dabei. „Es ist schön, dass der SC Leinefelde nach 2016 die Meisterschaft wieder ausrichtet“, sagt Sven Goos, der in der Altersklasse M55 im Stabhochsprung an den Start ging. Am Ende zeigte sich der Zehnkämpfer aus Birkungen mit der Höhe von 2,80 Meter und dem 5. Platz sehr zufrieden. „Vor allem für die technischen Disziplinen war der Regen nicht so förderlich für die Teilnehmer. Am Freitag mussten sogar ein Wettkampfbeginn um zwei Stunden verschoben werden“, erinnert sich SCL-Präsident Sebastian Grimm.

SCL-Nachuchs und Prominete bei der Siegerehrung

Für die Siegerehrung hatte sich der SC Leinefelde 1912 neben den Ehrengästen, die teilweise die Ehrungen vornahmen, auch noch etwas Besonderes einfallen lassen. Mit großer Freude nahmen die jüngsten Mitglieder der Abteilung Leichtathletik des SC Leinefelde die Ehrungen der Spitzenathleten  vor.